Das Leben auf ADHS einstellen, mit geeigneten Hilfsmitteln und den richtigen persönlichen Einstellungen den Alltag meistern, Probleme und Einschränkungen in Stärken verwandeln – genau darum geht es nach dem ersten Verdacht auf die »Störung« und spätestens nach der offiziellen Diagnose. ADHS-Bücher gibt es dazu viele, Selbsthilfegruppen ebenfalls. Professionelle Unterstützung versprechen indes speziell weitergebildete Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Sie kennen die Herausforderungen genau und können auch eine medikamentöse Behandlung fachlich begleiten. Hinzu kommen ADHS-Coaches, die Hilfe zur Selbsthilfe versprechen. Viele von ihnen sind selbst betroffen und haben eine entsprechende Weiterbildung durchlaufen.
Sind ADHS-Coaches also eine echte Alternative für Betroffene?
ADHS-Coaching kann durchaus helfen. Da die Berufsbezeichnung aber nicht geschützt ist, darf sich zunächst einmal jede und jeder Coach nennen. Über die tatsächliche Qualifikation sagt das allein also nichts. Und selbst bei einem ADHS-Coach mit einer Zertifizierung gilt es, sich genau anzusehen, von wem das Zertifikat stammt. Denn eine geregelte Ausbildung oder gar ein Studium dafür gibt es nicht. Von den knapp 500 Coaches, die die Psychologin Dr. Margaret Sibley von der University of Washington im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie befragte, hatte jedenfalls nur rund ein Viertel einen medizinischen oder psychologischen Hintergrund – was natürlich nicht heißt, dass alle anderen unqualifiziert wären. Man sollte das vor einem Coaching nur wissen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen jedenfalls warnte bereits eindringlich vor »unwissenschaftlichen« Angeboten im Zusammenhang mit ADHS, die Heilung ohne medizinische Expertise versprechen.



