Hobby-Hopping adé: Die optimale Stimulation bei ADHS

Es ist so etwas wie der Heilige Gral bei ADHS: eine Freizeitbeschäftigung, die weder über- noch unterfordert, das Gedankenkarussell stoppt und im Idealfall auch noch für den viel zitierten Flow sorgt. Optimale Stimulation nennt das die Wissenschaft. Doch der Weg dahin führt nicht selten zum berühmt-berüchtigten »Hobby-Hopping«. Letztlich gesucht, weil für das »ADHS-Gehirn« ideal, ist deshalb eine kontinuierlich leicht fordernde Tätigkeit, die keine Zeit zum Grübeln lässt, die dabei immer wieder kleine oder größere mentale Belohnungen – Stichwort: Ausschüttung von Dopamin – erzeugt, aber keinen Leistungsdruck und damit Stress. Die Lösung ist also ganz einfach? Im Prinzip schon!

Was könnte also die ideale Freizeitbeschäftigung bei ADHS sein?

Sport ist hier sicherlich der Klassiker, auch Denksport, aber eben längst nicht für jede und jeden geeignet. Moderate Daueraufmerksamkeit gegen das Abschweifen, sichtbarer Fortschritt für ein Mehr an Motivation und ein mittlerer Schwierigkeitsgrad gegen Langeweile und Überforderung gehen ebenso gut mit Gartenarbeit, Stricken und Nähen, Naturfotografie, Vogelbeobachtung und Angeln oder auch Schnitzen, Töpfern und Modellbau. Der Vorteil: Die Lernkurve ist flach und Talent oder Fitness nicht wirklich erforderlich. Regelmäßige Erfolgserlebnisse sind mehr oder weniger garantiert. Zumindest kurzfristige Verbesserungen bei Stress, Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit und Lebenszufriedenheit konnten in wissenschaftlichen Studien bereits nachgewiesen werden. Ungezählte Erfahrungsberichte von ADHS-Betroffenen unterstreichen die positiven Effekte ebenfalls eindrucksvoll. Doch es ist ein schmaler, äußerst individueller Grat: Was für den einen pures Wohlbefinden, ja Selbsterfüllung bedeutet, kann für die andere schnell zu Überforderung führen – und damit wiederum flugs zum Hobby-Hopping beitragen.


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