Auch und gerade mit ADHS Weihnachten genießen

Weihnachtsstress ist für Menschen mit ADHS nicht nur ein geflügeltes Wort. Geschenke für die Liebsten zu finden, volle Weihnachtsmärkte zu überstehen und vor allem mit der geradezu verordneten Besinnlichkeit an den Tagen selbst klarzukommen – für ADHS-Gehirne ist das eine echte Herausforderung! Denn die Erwartungen sind hoch, die Innenstädte voll, die Zeit ist stets knapp und so manches Familienmitglied zumindest anstrengend.

Wie besinnlich kann Weihnachten mit ADHS überhaupt sein?

Ordnung ins Kopfchaos zu bringen, ist in der Weihnachtszeit noch viel schwieriger als ohnehin schon das ganze Jahr. Hyperaktivität oder Hyperfokus nutzen da entgegen der landläufigen Meinung überhaupt nichts. Im Gegenteil! Denn Weihnachtsstress kommt von außen, ist etwas Fremdgesteuertes, wird also nicht durch eigenen Antrieb und kreative Ideen ausgelöst. Und wenn der ganze Stress am Heiligen Abend endlich abfällt, wird es nicht wirklich besser; dann stürzen so manche Neudivergente erst recht in ein tiefes Loch, läuft doch der eigene Motor noch immer auf Hochtouren!

Ist Weihnachten für Menschen mit ADHS also grundsätzlich negativ?

Wer versteht, wie Weihnachtsstress wirkt und warum das bei ADHS besonders gravierend sein kann, muss nicht resignieren, sondern kann das für sich durchaus nutzen. Der Schlüssel ist die sprichwörtliche ADHS-typische Kreativität: Wie eine Getriebene oder ein Getriebener von Geschäft zu Geschäft zu hecheln, um irgendwelche Geschenke zu finden, ist definitiv Stress pur. Mit ein bisschen bewusster Kreativität sieht das schon ganz anders aus. Beim Weihnachtsmenü ist es ähnlich. Und sogar der Besuch überfüllter Weihnachtsmärkte kann mit der richtigen Einstellung durchaus entspannend sein.

Ganz in diesem Sinne wünscht Ihnen das ADHS-Journal nun ein besinnliches Weihnachtsfest. Tanken Sie wie wir ein bisschen Energie und kommen Sie gut ins neue Jahr. Ab dem 7. Januar sind wir wieder mit »frischen« Reportagen, Berichten und Interviews für Sie da.