»Einfach Elli« – die Serie: ZDF greift ADHS-Thematik filmisch auf

Zwei Menschen mit ADHS – zwei Herangehensweisen: Die eine ist in Therapie und setzt ihre Neurodiversität als Superkraft ein; die andere will von einer »Störung« nichts wissen, eckt mit ihrer Direktheit und Rastlosigkeit immer wieder an. Elli (Foto oben) ist Notfallsanitäterin, ein wenn man so will typischer ADHS-Beruf: Wenn es brenzlig wird, bleibt sie ruhig. Dann verwandelt sich ihr Hyperfokus in pure Konzentration und ihr Gedankenkarussell in Intuition. Ihre Mutter Louise ist, ebenfalls ADHS-typisch, künstlerisch-kreativ aktiv und leidet insgeheim unter ihrer Impulsivität.

Ellis Mutter Louise hat ebenfalls ADHS. Gespielt wird sie von Clelia Sarto (Foto: Susanne Bernhard/ZDF).

»Elli ist ein reflektierter Mensch. Sie weiß mit ihrer neurologischen Besonderheit umzugehen, sie auch einzusetzen und als Stärke zu begreifen. Sie steht sich und anderen aber auch häufiger mal im Weg«, sagt Hauptdarstellerin Klara Deutschmann. »Es hat große Freude gemacht, dieses Spannungsfeld auszuloten und Ellis Vielschichtigkeit herauszuarbeiten.«

Welche »Superkraft« kann ADHS verleihen?

Wie sie hat auch Clelia Sarto, die Ellis Mutter Louise spielt, viel über ADHS gelernt. Jetzt weiß sie: »Sobald sich ein Mensch mit ADHS für etwas besonders interessiert, liegt der Fokus nur auf dieser einen Sache und dann kann nebenan ein Hochhaus einstürzen, es wäre keine Ablenkung. Auch finden Menschen mit ADHS für Probleme oft außergewöhnliche Lösungen, die andere so vielleicht nie entdeckt hätten.«

Mit »Einfach Elli« gelingt dem ZDF ein Spagat: ADHS wird hier weder dramatisiert noch verklärt, sondern neutral aus verschiedenen Perspektiven gezeigt, ohne zu bewerten und ganz ohne Stereotype – trotz oder vielleicht sogar gerade wegen der Bergkulisse, vor der auch so manche Arztserie spielt.

Service:

Die zweiten 90 Minuten der Serie und damit das Finale von Staffel eins strahlt das ZDF morgen (19.3.2026) um 20:15 Uhr aus. Beide Folgen stehen zudem in der ZDF-Mediathek.


Folgen Sie uns!

Lieber direkt per WhatsApp oder Telegram?

Diesen Beitrag teilen:

Ohne Schere im Kopf: Das ADHS-Journal ist frei von bezahlter Fremdwerbung und nimmt kein Geld von Lobbyisten an. Es finanziert sich ausschließlich durch seine Leserinnen und Leser. So geht unabhängiger, kritischer Journalismus – kostenlos für alle! Das finden Sie gut? Dann seien Sie dabei!